70 Jahre ist es schon her – 1949 wurde das sogenannte Patenschaftswerk West-Ost gegründet, ­und das wenige Monate nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und wenige Wochen vor der Gründung der DDR!
Auch die Kirchengemeinden waren nach Ende des 2. Weltkrieges von der Teilung Deutschlands betroffen, es gab jetzt östliche und westliche Teilkirchen.
Um die gemeinsamen Verbindungen nicht abreißen zu lassen und um den Zusammenhalt sowie die Begegnungen der Menschen zu fördern, wurden partnerschaftliche Verbindungen organisiert.
Auf Basis eines Beschlusses beim „Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland“   wurden jeder westdeutschen Landeskirche eine ostdeutsche Landeskirche zugeteilt, auch Kirchengemeinden wurden einander zugeordnet. Damals fiel der Rheinischen Kirche ein großer Teil des Kirchengebiets Berlin-Brandenburg zu, und zwar die Kirchenkreise von Angermünde bis Oranienburg und Seelow. Und so kam die Erkelenzer Evangelische Kirchengemeinde zur Patengemeinde Kötzlin/Berlitt. Im Laufe der Zeit wurde aus der Patengemeinde eine Partnergemeinde.

Im Protokollbuch unserer Kirchengemeinde ist ein Partnertreffen im Jahre 1959 verzeichnet. Während der DDR-Zeit gestalteten sich die Besuche sehr schwierig. Dabei ging es nicht nur um wirtschaftliche Fragen, sondern es kam auch zu persönlichen Kontakten und zum geistlichen Austausch. Zu Weihnachten wurden Päckchen gepackt und in die Partnergemeinde geschickt.

Nach mehreren Treffen vor und nach der Wende wurden die Besuche seit der Jahrhundertwende intensiver. Anlässlich des Ökumenischen Kirchentages 2003 in Berlin trafen sich Erkelenzer und Kötzliner/Berlitter Gemeindeglieder im Saal der Herrnhuter Brüdergemeinde in Berlin.

Zwischenzeitlich sind Freundschaften zwischen Gemeindegliedern aus dem Rheinland und der Ostprignitz entstanden, und durch jährliche gegenseitige Besuche werden die kirchlichen und persönlichen Kontakte gepflegt.

Schon seit vielen Jahren findet nun ein regelmäßiger Besuch statt. Wir fahren alle zwei Jahre in die Partnergemeinde, werden dort in Privatquartieren untergebracht. Vor Ort sind dann immer schöne Ausflugsziele angefahren worden, zum Beispiel 2016 in Schwerin und im Kloster Stift Heiligengrabe, 2018 im bekannten Brandenburgischen Haupt- und Landgestüt in Neustadt (Dosse). Immer wieder besuchten wir Konzerte in den nahegelegenen kleinen Dorfkirchen des Gemeindesprengels. Und zu jedem Besuch gehörten der traditionelle Empfang der Gäste aus dem Rheinland im Berlitter Schloss und natürlich auch ein Zusammentreffen am Backofen auf der Wiese in Kötzlin: Hier werden leckere selbstgebackene Blechkuchen und abends ein liebevoll zusammengestelltes deftiges Buffet mit Fleisch serviert, gegart über Stunden im gleichen Backofen. Jung und Alt versammeln sich, ein Bierchen und ein Schnäpschen fehlen natürlich nicht. Immer wieder werden Geschichten aus früheren Zeiten erzählt. In der Regel wird dann sonntags nach dem Gottesdienstbesuch in der kleinen, schnuckligen Kötzliner Kirche die Heimreise angetreten.

Hier im Rheinland haben wir mit den Gästen aus Brandenburg auch schöne Fahrten unternommen, so zum Beispiel zum Haus der Geschichte und zur Rheinaue in Bonn, nach Köln, nach Jülich und Maastricht, 2019 zum Binnenhafen in Duisburg. Beeindruckt waren unsere Gäste 2015 auch vom Rheinischen Braunkohlerevier. Diese Fahrten und Treffen finden im jährlichen Austausch statt, damit auch unsere jüngere Generation in nachhaltiger Weise über Sinn und Zweck sowie Ausgestaltung der Partnerschaft informiert werden.

Im Mai 2019 feierten wir hier in Erkelenz das 60jährige Jubiläum der Partnerschaft.  Einige Gemeindemitglieder aus der Partnergemeinde und unserer Gemeinde berichteten in einem gemütlichen Beisammensein, angereichert mit einem Diavortrag, von den Anfängen der Partnerschaft und von den komplizierten Formalitäten, die damals einen Besuch erst möglich machten. Ferner konnten wir den Gästen hier in der Erkelenzer Kirche unsere neuen Kirchenfenster präsentieren. Coronabedingt fand 2020 kein Besuch statt und auch in diesem Jahr 2021 müssen wir von einem Besuch in der Ostprignitz Abstand nehmen.

Weitere Informationen über die Partnerschaft erhalten Sie im Gemeindebüro; sollten Sie Interesse an einer Fahrt in die Partnergemeinde haben oder auch mal Gäste aufnehmen möchten, melden Sie sich bitte im Gemeindebüro.